Die Galerie Christian Hosp präsentiert Fair Trade, eine Solo-Ausstellung von Leila Pazooki.

In ihrer neuesten Ausstellung zeigt die international renommierte Künstlerin Leila Pazooki eine Reihe von Arbeiten, die in erster Linie die Rolle des Museums im Kontext einer globalisierten Gesellschaft und die Spannungen zwischen dem Massenmarkt und künstlerischer Authentizität in Beziehung setzt.
Die museal-inszenierte Galerieinstallation richtet ihr Augenmerk auf das Spiel einer Quasi-Dichotomie zwischen Sammlungen von Kunstmuseen und den billigen Massenproduktionen, die in den letzten Jahrzehnten vor allem in den neuen aufstrebenden Wirtschaftsländern zu beobachten sind.
Für einen Bruchteil ihres Marktwertes werden Kunstwerke wie Konsumwaren wie beispielsweise Uhren, Schuhe oder Taschen am laufenden Band vervielfältigt, ein Phänomen, das die Frage nach dem relativen Wert des Kunstwerks in Hinblick auf seine inhärente Aura und seine Einzigartigkeit aufwirft.

Die Ausstellung zeigt den Ausstellungsraum 17A der Londoner Nationalgalerie, den Pazooki bis ins kleinste Detail nachbildet und die Originale aus der Renaissance mit identischen Werken ersetzt, die allesamt in Dafen, dem berühmten chinesischen Künstlerdorf, reproduziert worden sind. Während ihrer Reise nach Dafen, das komplett aus Ateliers und Werkstätten besteht, deren einzige Funktion der Ort der Kopie und Reproduktion ist, stellte sich heraus, dass Kunstwerkkopien mit Museumsqualität zu einem erschwinglichen Preis zu erhalten sind. Dennoch wirft die Fließbandproduktion die Frage nach der eigentlichen Essenz und der Magie des Kunstwerks im Kontext massenangefertigter Kopien auf.

Vom Fleiß und der Genauigkeit der Maler beeindruckt, rief Pazooki einen Wettbewerb aus, in dem hundert Maler aus Dafen ein Gemälde innerhalb von sechs stunden kopieren sollten. Die Maler, die in winzigen Ateliers makellose Kopien von Gemälden, die sie zuvor weder real noch in ihrer Hängung tatsächlich gesehen haben, bezeichnen ihre Arbeiten stolz als Werke mit Museumsqualität. Die in diesem Kontext entstandenen Arbeiten sind in Fair Trade zu sehen, einer beeindruckenden Ausstellung, die die Einzigartigkeit und das Kaliber der ausgewählten Maler reflektiert und zur Schau stellt.


LEILA PAZOOKI. FAIR TRADE
30. APRIL – 18. JUNI, 2011





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