„Trust the medium, control the message“, sagt Scaria und benennt damit den roten Faden seiner Denk- und Arbeitsweise.
In seinen Arbeiten montiert er äußerst präzise Reales mit Imaginärem, Politisches mit Poetischem und Urbanes mit Anthropologischem. Dabei steht das Dialogische im Vordergrundund eröffnet einen Zwischenraum, der Platz macht für das Überwinden von Gegensätzen. Seine Methode ist die Konversation: mit den Menschen, die er in ihrer Erinnerung an Gandhi oder bei ihrer Arbeit als Müllsammler porträtiert, mit den anderen Künstlern, denen er seine Arbeiten zeigt, mit den Bücher- und Filminhalten, die seinen Arbeitstag für einen Moment unterbrechen, und manchmal auch mit sich selbst. Gigi Scaria greift damit die dialogische Tradition der indischen Philosophie auf. „Sich zu Füssen eines Lehrers setzen“ lautet die sinngemäße Übersetzung der „Upanishaden“ aus dem Sanskrit. Scaria setzt sich zu Füßen der indischen Städte und ihrer Menschen, er beobachtet, hört zu und führt Gespräche.
GIGI SCARIA
SETTLEMENT
2. MAI
— 11. JULI 2009
KURATIERT VON JAMILA ADELI