Tiffany Chung gehört zu den prominentesten Vertretern der zeitgenössischen Kunst aus Vietnam. Ihre Arbeiten umfassen Zeichnungen, Fotografien, Videoarbeiten, Skulpturen sowie Installationen. Vielschichtig thematisiert Chung darin die sozialen, kulturellen und räumlichen Veränderungen im heutigen Vietnam, die mit der ökonomischen Entwicklung des Landes einhergehen. Diese Veränderungen vergleicht die in Vietnam geborene Künstlerin, die viele Jahre in den USA verbrachte und seit eingigen Jahren wieder in ihrem Geburtsland lebt, mit den US-amerikanischen Vorstellungen von Modernität, wie sie das Gesicht von Städten nicht nur in den USA, sondern mittlerweile auch in asiatischen Ländern prägen. Im Gegensatz zu den stilisierenden, bonbonfarbenen Installationen, Fotos und Performances, die von der Pop-Art und dem japanischen Neo-Pop inspiriert scheinen, sind die Filme Chungs visuell zurückgenommener und von einem melancholischen Grundton geprägt. Chung verknüpft in ihren Arbeiten popkulturelle Elemente mit der Bildsprache kommunistischer Propagandamalerei. Sie lenkt somit den Blick auf den fließenden Übergang von einem totalitären System zum anderen – vom Kommunismus zum Konsumismus. Junge Sales-Promoterinnen sind hier die ‚Arbeiterinnen’ der neuen Generation, ihr ‚Werkzeug’ ist das Megaphon. Aufgrund der polititschen Brisanz ist es derzeit noch unwahrscheinlich, dass manche Arbeiten Chungs in Vietnam ausgestellt werden können.
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